Michael Parensen – Ex-Kölner, Neu-Unioner

Da hat der Kollege effzeh. völlig recht: Der Wechsel des linken Außenverteidigers Michael Parensen vom 1. FC Köln zu Union ist für einen Blogger, der sich die beiden Vereine auf die Fahne geschrieben hat, ein gelungenes Fressen. Eigentlich.

Uneigentlich ist es so, daß ich über den Mann leider gar nichts weiß, abgesehen von dem, was nun auch in diversen Medien zu lesen ist: Jung (22), seit geraumer Zeit im Profikader des FC, zu einem Einsatz in der ersten Mannschaft hat es allerdings nie gereicht. Hoffen wir für Union, dass er den verletzten Patrick Kohlmann ersetzen kann.

Ein wenig Unmut gibt es über diese Entscheidung bei den FC Fans. Parensen galt seit seinem Wechsel im Sommer 08 von Dortmund nach Köln als eines der Talente, denen man den Sprung in die erste Mannschaft durchaus zutraute – vor allem aber ist die momentane Situation auf der linken Verteidigerposition seit Womes Verletzung alles andere als entspannt. Und das Wintertransferfenster schließt morgen.

Aber sei es drum. Ich freue mich über den ersten Wechsels eines Kölners zu Union (Umgekehrt gab es auch noch keinen, soweit ich weiß). Es wächst zusammen, was .. Naja gut, das wäre dann vielleicht doch übertrieben.

Wolle Pixel kaufen?

Ich geb ja zu: Ein bißchen albern ist es schon, wenn ich mich über jede noch so kleine oder dämliche oder kleine und dämliche Gemeinsamkeit meiner beiden Herzvereine, des großen und des kleinen, freue. Im wahren Leben bin ich ein kleiner Bruder, deswegen freut es mich, wenn bei der aktuellen Gemeinsamkeit der kleine Herzverein voranging. Schon seit längerer Zeit wird der Besucher der Homepage Unions zunächst auf die Seite Pixel-für-Union geleitet. Da kann man dann, frei nach dem Vorbild von Alex Tews The Million Dollar Homepage, Pixel kaufen – mit dem guten und wunderbaren Zweck, den ewig klammen Köpenickern finanziell unter die Arme zu greifen. Seit einigen Tagen nun macht der große Herzverein die Sache nach: Poldi-Pixel gibt es zu kaufen. Natürlich, wer möge daran zweifeln, der Zweck ist nicht minder gut.

Interessant die Unterschiede: Zum einen liegen die im Preis. Bei Union kostet der Pixel, je nach dem ob Premium oder Standardbereich, 66 bzw. 40 Euro. Beim FC ist man schon mit 25 € dabei. Für mich, der mir für beide Summen das Geld fehlt, ist der zweite Unterschied aber noch interessanter: In der fast deckungsgleichen AGB (schreiben meine beiden Herzvereine etwa voneinander ab?) gibt es einen bedeutsamen Unterschied. Nach dem identischen Hinweis, daß „keine rassistischen /sexistischen, gewalttätigen oder politischen Logos oder Links akzeptiert“ werden, folgt beim 1. FC Köln noch der zusätzliche Hinweis, daß auch Links oder Logos, die provozierenden Inhalts seien, nicht akzeptiert werden. Und, so weiter, das betrifft auch Logos oder Grafiken anderer Bundesligavereine, „insbesondere Borussia Mönchengladbach und Bayer 04 Leverkusen“. Richtig so. Geld macht eben nicht alles wett.

Erstens kommt es anders…

„Es kommt sehr überraschend. Ich bin glücklich und traurig zugleich. Ich habe mich in der Mannschaft und im Verein sehr wohl gefühlt, habe aber in Hoffenheim vielleicht mehr Chancen zu spielen“. So hat sich Boubacar Sanogo – eben noch Werder Bremen, jetzt auf der Hoffenheimer Showtreppe – am heutigen Dienstagnachmittag laut Kicker geäußert. Überraschend ist wohl das richtige Wort. Nicht, daß Sonogo nach schlappen 196 Minuten in sieben Spielen in dieser Saison Sehnsucht danach hat, wieder zu spielen, auch nicht, daß Hoffenheim nach der Verletzung Ibisevics den Spieler mit Kaufoption ausleiht. Aber: Nach Hoffenheimer Konzept inklusive intensiver Beschäftigung vor seiner Verpflichtung mit dem Spieler – zu der dann auch über den Charakter Aufschluß gebende Gespräche gehören – selbst klingt das fürwahr nicht.

Revolution abgewendet

Beim Hamburger Sportverein bleibt alles wie gehabt. Bei der gestrigen Aufsichtsratswahl wurden alle Kritiker des Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann nicht gewählt. Zu den erfolglosen Kandidaten gehörten auch vier Mitglieder der Supporters, die sich zur Wahl gestellt hatten. Weder Spiegel-Redakteur Manfred Ertel noch Vorsänger und Capo JoJo Liebnau, zwei der vier Vertreter der aktiven Fans, konnten genug Stimmen unter den 4893 anwesenden Mitgliedern sammeln. Rund um die Kandidatur Liebnaus kam es um Vorfeld zu recht amüsanten und letztenendes erfolgreichen Versuchen, über die Presse Stimmung gegen den Mann am Megaphon zu machen. So erblödete sich das Hamburger Abendblatt nicht, anläßlich des Spiels gegen den Erzrivalen Werder Bremen den blatteigenen „Polizeireporter Sascha Balasko“ vor Ort zu schicken, welcher „von Liebnau initiierte Schlachtrufe und -Gesänge“ registrierte:

* „Scheiß Werder Bremen“ (6x)
* „Bremer Hurensöhne“ (4x)
* „Tod und Hass dem SVW“ (3x)
* „Alle soll’n es wissen, Werder ist beschissen“ (2x)
* „Wiese ist ein Hurensohn – Du Wichser“ (2x)
* „Asoziale Bremer, Ihr schlaft unter Brücken (…)“ (1x)
* „Eins kann uns keiner nehmen, das ist der Hass auf Werder Bremen“ (1x)

Dann wählten die Mitglieder doch lieber Sergej Barbarez, seines Zeichens Unioner Rostocker Dortmunder Leverkusener Hamburger Urgestein, der auf der gestrigen Mitgliederversammlung freilich unumwunden zugab: „Bilanzen kann ich keine lesen, weiß aber, wie das Geschäft läuft“.
Ob Barbarez der richtige Mann ist, um zu verhindern, dass die 97 € Eintrittspreis, die einige HSV Fans für das oben erwähnte Derby gegen Werder zahlen mussten, zur Norm werden, muss bezweifelt werden.

You’ll never walk alone der Woche III

Was bisher geschah: Auf unserer Reise durch die vielen Versionen des Fussballklassikers „You’ll never walk alone“ trafen wir Frank Sinatra, der als erster mit dem Lied einen Hit hatte, sowie Gary & The Pacemakers, die mit ihrer Version den Kult des Stückes auf den Fussballtribünen dieser Welt begründeten.

Heute möchte ich die erste weibliche Interpretatorin präsentieren: Patti LaBelle.

Patti LaBelle ist eine us-amerikanische R’n’B und Soul Sängerin, die zusammen mit Nona Hendryx und Sarah Dash zunächst unter dem Namen Patti LaBelle and The Bluebelles und später als LaBelles ihren Ruhm als außergewöhnliche Stimme manifestierte. Ihr Version von „You’ll never walk alone“ stammt aus dem Jahr 1965, und war die dritte Single des Trios. Der größte Hit des Trios kam erst zehn Jahre später: „Lady Marmalade (Voulez vous coucher avec moi ce soir)“, dank der Version aus dem Film Moulin Rouge auch jüngeren Generationen bekannt.

Das hier gezeigte Video jedoch stammt aus dem Jahr 1985 – ein Abend für das Appollo Theatre, in dem LaBelle ihre Karriere begann. Besonders sehenswert ist diese Version nicht nur aufgrund LaBelles Stimme und des akkustischen Gospelgewands, sondern insbesondere auch, weil ohne jeden Zweifel die abenteuerlichste Frisur aller „You’ll never walk alone“ Interpretatoren gezeigt wird.

Wem es gefallen hat, dem sei LaBelles Duo mit Joe Cocker („You are so beautiful“ singend) am selbigen Abend ans Herz gelegt: Ein etwas verlegener Joe Cocker wird von der nahezu orgiastischen Labelle beinahe von der Bühne getänzelt. Und zwischendurch noch ein Küsschen für den Pianisten. (Der Ansager ist übrigens Bill Cosby)

Wir warten auf den Messias

Fürchtet Euch nicht vor dem Dunkeln, denn nicht mehr lange und es ist soweit.
ER wird hinunterfahren zu uns Menschen, aus dem Himmelreich kommend, uns erlösen von Pein, Qual und scheinbarer brasilianischer Vormachtsstellung. SEINE Wunder und Übersteiger werden derer unzählbar sein, SEINE Tricks und Finten uns erlaben im mühseligen Dasein unserer armseligen Existenz. Unsere müden Glieder werden erquicket durch die pure Schönheit SEINER Tore und Friede und Glückseligkeit werden uns widerfahren in Angesicht SEINER Titelsammlung.

D10S selbst gab SEINE Gene, weitergegeben durch SEINE Tochter, veredelt durch die SEINES Stellvertreters auf Erden, dem heiligen Kun. SEIN name wird lauten:

DIEGO LEONEL AGÜERO MARADONA

und es wird gut sein. Die Dunkelheit wird weichen, Licht wird uns umfangen. Nicht mehr lange müssen wir ausharren in der düsteren diesseitigen Welt, im Februar 2009 wird er zu uns kommen, und dann nur noch 18 17 16 15 Jahre.

P.S.: Der Junge hat schon Vertrag.
P.P.S.: Und ja, die Ähnlichkeiten zwischen argentinischer und kölscher Mythologie sind frappierend.

Zeig mir Deine Fahne und ich sag Dir wo Du stehst

Wer ab und an mal im Millerntor-Stadion zu Gast war, kennt die Angewohnheit des FC St. Pauli, vor Heimspielen auch die Hymne der Gäste zu spielen. Das ist in der Regel nicht schön, da sich unter den Hymnen deutscher Vereine nur höchst selten angenehmes Liedgut findet, ist aber nicht nur eine respektvolle Geste, sondern auch aus, sagen wir mal, fußballethnologischen Gesichtspunkten höchst interessant.

Ähnlich klingt, was mir Carlos von seinem Heimat- und Herzverein CD Teneriffa, zur Zeit in der zweiten spanischen Liga beheimatet, erzählt. Oberhalb der Gegentribüne des Estadio Heliodoro Rodriguez Lopez stehen 22 Fahnenmasten, an denen zu jedem Heimspiel die Fahnen der Ligakonkurrenten (die eigene natürlich mit eingeschlossen) gehisst werden – und zwar in der gerade aktuellen Tabellenreihenfolge:

1 UD Salamanca
2 Real Saragossa (A)
3 Deportivo Xerez
4 Hercules Alicante
5 CD Teneriffa
6 Real Sociedad
7 CD Castellon
8 Rayo Vallecano (N)
9 Girona FC (N)
10 UD Levante (A)
11 Gimnastic de Tarragona
12 UD Las Palmas
13 SD Huesca (N)
14 Albacete Balompie
15 Celta Vigo
16 FC Elche
17 Deportivo Alaves
18 Eibar
19 Cordoba CF
20 Real Murcia (A)
21 Alicante CF (N)
22 Sevilla Atletico Club

Doof natürlich nur, wenn man dann mal in der Situation ist, sich 90 Minuten lang die eigene Fahne ganz am Ende der Fahnenstangen ansehen zu müssen.

[Foto: Carlos B. Crosa]

You’ll never walk alone der Woche II

Wie letzte Woche begonnen, möchte ich in regelmäßigen Abständen eine Reise durch die vielen, vielen „You’ll never walk alone“ Versionen, die es so zu gibt, unternehmen.

Der zweite Teil der Reise führt uns zu Gerry & The Pacemakers. Die dritte Single der Liverpooler Band war 1963 nicht nur ihr dritter Nummer Eins Hit in Großbritannien, sondern brachte das Lied auch auf den Kop, die legendäre Tribüne der Fans des Liverpool FC – der Startpunkt des Siegeszuges des Lieds durch die Fußballstadien der Welt:

Um die Geschichte rund zu machen, sei erwähnt, daß „You’ll never walk alone“ nicht der einzige Bezug ist, den Gerry & The Pacemakers zum Fußball im Allgemeinen und zum Liverpool FC haben, wenn dieser zweite Bezug auch weniger schön ist.
Nach der Hillsborough-Katastrophe, bei der 96 Fans Liverpools 1989 starben, nahmen verschiedene Liverpooler Künstler unter dem Namen Ferry Aid eine neue Version des alten Gerry & The Pacemaker Hits „Ferry ‚Cross The Mersey“ (Originalversion) auf.

Hier eine Aufnahme der neuen Version – beginnend ab Minute 2:02. Zuvor gibt es noch eine mir unbekannte Version von „You’ll never walk alone“ zu hören. Im Gegensatz zur Originalversion schaffte es dieses Tribute von „Ferry ‚Cross The Mersey“auf Platz 1 der englischen Charts.

Liebe Berliner Zeitung,

… das ist ein interessanter Artikel in Eurer heutigen Printausgabe über die finanziellen Schwierigkeiten des Berliner Regionalligisten Türkiyemspor. Daß die vor der Saison erwarteten Probleme für die neuformierte Dritte Liga gar nicht da, sondern in der vierten Liga auftreten, und in der nächsten Saison durch eine Reduzierung der Fernsehgelder von 160.000 Euro auf 90.000 Euro noch verschärft werden, zum Beispiel. Oder daß nicht nur Türkiyemspor, sondern auch andere Vereine wie Altona 93 einen Rückzug in Liga 5 in Erwägung ziehen. Und daß dem DFB dazu nichts anderes einfällt als „Es wird keiner gezwungen, in dieser Liga zu spielen“ (Zitat Helmut Sandrock) – der gleiche DFB, der dem finanziellen Kampf der Regionaligisten gerne einen Strich durch die Rechnung macht, indem er z.B. publikumsträchtige Spiele wie das Spiel Altona 93 gegen den 1. FC Magdeburg an einem stinknormalen Mittwoch um 14.00 Uhr ansetzt (!!).

Vielen Dank also für den Artikel, liebe Berliner Zeitung. Und: bitte mehr davon.

Warum ihr aber in der Unterüberschrift behauptet, Türkiyemspor könne „sich die Dritte Liga nicht mehr leisten“, wo doch von der Regionalliga, also der Vierten Liga, die Rede ist, bleibt Euer Geheimnis, oder?