Torschütze: David Cobeño (Torwart)

Man kann David Cobeño wirklich nicht vorwerfen, er hätte nicht alles versucht, um seinen Verein Rayo Vallecano im Aufstiegsrennen der zweiten Liga zu halten. Er übernahm dafür sogar ihm artfremde Aufgaben, ein Tor zu erzielen zum Beispiel.

Nur genützt hat es nichts, die Madrilenen verloren letztenendes 1:2 und sind damit wohl raus aus dem Aufstiegskampf.

Dank an Carlos.

Buenos Dias Matthias

10 Jahre, 264 Spiele und 64 Tore. Das ist die Karriere des Matthias Scherz beim 1. FC Köln in nackten Zahlen. Verglichen mit anderen großen Spielern des FC liest sich das nicht ausnehmend bewundernswert. Und auch sein Spiel, oft geprägt von Stockfehlern und Klinsmannschen Flippereien, war es nicht, das ihn ins Herz der FC Fans brachte.

Die letzten zehn Jahre waren bekanntermaßen die schlechtesten die der Klub jemals erleben musste. Vier Abstiege wurden erlitten, vier Aufstiege gefeiert, Letztere wurden zumeist aber gleich wieder geschickt mit den Ersteren kombiniert. Der Scherzer war immer da. Die Mannschaft wurde jährlich, oft auch halbjährlich ausgetauscht. Der Scherzer war immer da. Tranier wurden gewechselt, Systeme neu organisiert, ein Stadion abgerissen, ein Neues aufgebaut. Der Scherzer war immer da.

Und wenn er auf dem Platz stand gab er alles. Der Matthes rannte immer. Egal ob in der Elite oder im Unterhaus, sein Einsatz für die Mannschaft und den Klub war immer groß. 2003/04 schoß er den FC mit 18 Saisontreffern fast im Alleingang wieder in die Bundesliga zurück. Und wenn um ihn herum mal wieder der kölsche Wahnsinn tobte, ob als Komödie oder als Tragödie, blieb der Norddeutsche angenehm ruhig. Lächelte, sagte schlaue Dinge und nahm die ihm anscheinend wesensfremde rheinische Art gelassen hin.

Danke Matthes.

Der Meistertipper

Irgendwann im letzten Sommer. Der S., der L. und meine Wenigkeit saßen in einer dunklen Kaschemme in Friedrichshain, das Berliner Pilsner ronn uns fröhlich durch die Kehlen. Die Europameisterschaft lag hinter uns, die Saison hatte noch nicht angefangen. Fußballerische Langeweilezeit, wie sie auch jetzt vor uns liegt.
So spekulierten wir uns durch die Ligen, die uns so interessieren, die ersten drei deutschen Ligen, die russische, die argentinische. Flugs war eine Idee geboren. Zettel herbeigeholt und losgetippt: Meister, Aufsteiger, Absteiger.

Sie haben gelacht. Mich wunderlich gescholten. Mit dem Finger auf mich gezeigt.

Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Auch wenn mir lieber gewesen wäre, ich hätte diesen Tipp nicht richtig gehabt.

Liebes FC Marketing, hallo Reebok

Zum Glück ist es ja so, dass das Trikotdesign nicht spielentscheidend ist. Sonst würde der 1. FC Köln nächste Saison wohl absteigen.

Was ich aber schade finde, ist, dass Euch niemand gesagt hat, dass der FC in der kommenden Saison ganz viele Trikots verkaufen muss, um den Podolski Transfer zu finanzieren. Und, soviel steht fest, so wird das schwer.

Hertha BSC – Deutscher Dusel Meister?

Manchmal gewinnt man Spiele, die man eigentlich nicht gewinnen dürfte. Oder verliert ungerechtfertigerweise. Sowas passiert, „is‘ Fußball“.
Wenn ich mir allerdings überlege, wieviel Dusel und schiedsrichterliche Unterstützung die Hertha, ihres Zeichens Meisterschaftskandidat, brauchte um in dieser Saison sechs Punkte gegen den FC, seines Zeichens Aufsteiger, zu holen, und ich bedenke, wie oft ich davon hörte, dass den Berlinern das gegen andere Vereine ähnlich ging, fände ich es fast schade, wenn die Meister werden würden.
Klar, der FC trug auch sein Scherflein bei – Novakovic konnte erwartungsgemäß nicht gleichwertig ersetzt werden, es fehlte ein anständiger Stürmer. McKenna, ansonsten einer der verläßlichsten im Team, hatte als Mohamad-Ersatz einen schlechten Tag und schenkte den Herthanern mehr oder minder das 0:1.
Aber selten hab ich den FC in dieser Saison so entschlossen und mutig nach vorne spielen sehen, technisch limitiert gewiß, aber so spielen nun mal Aufsteiger. Und selten sah ich Gegner, die aus ihrer Hälfte kaum noch raus kamen, wie die Hertha gestern in der 2. Halbzeit. Eine höchst ärgerliche und unverdiente Niederlage.
Jetzt wüßt ich nur noch gerne, welches Spiel Schiedsrichter Kurt Kircher gestern gepfiffen hat, das bei dem er körperlich anwesend war, kann es nicht gewesen sein.

Achso, und das noch am Rande: Liebe Hertha Fans, wenn ihr euren Verein schon in der FC Kneipe in Berlin verfolgen müßt, weil „alle anderen Kneipen ja Konferenz zeigen und nicht Hertha“ (in Berlin wohlgemerkt!), dann setzt Euch hin und jubelt meinetwegen wenn ein Tor fällt – aber benehmt Euch. Das kann so schwer nicht sein. Und überhaupt: Wo wart Ihr eigentlich in all den letzten Jahren?

Über den Tellerrand: CD Tenerife, zweite spanische Liga – noch.

Am kommenden Wochenende bin ich mit ein paar Freunden irgendwo in Mecklenburgischen Seenplatte unterwegs. So weit, so schön. Nicht so für Carlos. Er droht den Ausflug zu verweigern, wenn es keinen Internetanschluß gibt. Carlos ist nämlich nervös: Am Samstag kommt es am 37. Spieltag der Liga Adelante, der zweiten spanischen Liga, zum Spitzenspiel seines Heimat- und Herzvereins CD Tenerife gegen Hercules Alicante. Letztere sind auf dem vierten Platz und haben fünf Punkte Rückstand auf den an zweiter Stelle liegenden CD. Ein waschechtes Sechspunktespiel also mit möglicherweise vorentscheindem Charakter. Grund genug, mal über den Tellerrand zu gucken und Carlos ein paar Fragen zu stellen.

Carlos, am Samstag gehts nach Alicante. Du hoffst natürlich auf einen Sieg, klar. Wie schätzt Du die Chancen ein, wärst Du schon mit einem Unentschieden zufrieden?

Sicherlich! Ein Unentschieden gegen Hércules wäre der halbe Aufstieg. Da bliebe der Abstand von 5 Punkten gleich und für sie wäre der 3. Platz unerreichbar. Vor zwei Wochen haben wir in Zaragoza (3.) 1:1 gespielt und letzten Monat in San Sebastián Real Sociedad mit 1:2 aus dem Rennen um die drei Aufstiegsplätze geschickt. Bei einem Sieg von Tenerife wäre meiner Meinung nach der Aufstieg nicht mehr wegzudenken… Aber noch ist alles möglich!

Zumal das Restprogramm nicht das schwerste scheint: Zwar empfangt Ihr noch Deportivo Xerez, den aktuellen Spitzenreiter, aber dafür stehen noch drei Abstiegskandidaten auf dem Zettel. Das klingt machbar, oder?

Es klingt machbar, aber es sind noch 5 Mannschaften, die um die 3 Aufstiegsplätze kämpfen. In Teneriffa sind sich alle mehr oder weniger einig, dass wir es am 31.Mai in Sevilla (2. Mannschaft des FC) gegen den Tabellenletzen packen werden. So dass das Spiel gegen Xerez eine Party beider Mannschaften sein könnte. Gut, damit das so stattfinden kann, müssen vorher Rayo Vallecano und Hércules mehr Abstand zum dritten Platz kriegen. Sonst wird das gegen Xerez ein echtes Finale werden. Ich sehe auf was für einem hohen Niveau die Mannschaft momentan spielt und das ist was am Ende zählt, da sind mir die Gegner ehrlich gesagt egal.

Ein Blick zurück: Vorhin hast Du getwittert, daß Ihr heute auf den Tag vor sieben Jahren in die 2. Liga abgestiegen seid, die Saison 05/06 hat Tenerife sogar nur auf dem 18. Platz (also knapp über dem Strich) beendet, die Jahre danach waren Mittelmaß – hast Du vor dieser Saison damit gerechnet, daß am Ende der Aufstieg stehen könnte?

Oh ja, die Saison 05/06 war echt sehr knapp, da ging schon die WM in Deutschland los und ich konnte mich noch nicht drauf einstellen, weil Tenerife noch vom Abstieg in die Segunda División B (3. Liga) bedroht war.
In diesem Jahr sind die Bedingungen im Allgemeinen etwas anders als in all den letzten Jahren. Alleine die Tatsache, dass unser Trainer José Luís Oltra schon die zweite Saison hintereinander dabei ist, hat der Mannschaft eine Basis gegeben: Seit 1998 hatten wir im Schnitt mindestens 2 Trainer pro Saison, was mit der katastrophalen Lage des Vereins und des Präsidiums zu tun hatte.
Der neue Präsident hat zumindest sportlich ganz gute Entscheidungen getroffen, u.a. die dritte Rückkehr von Sportdirektor Santiago Llorente. Dieser Mann hat ein unglaubliches Gespür für gute Spieler, er hat damals z.B. den Argentinier Fernando Redondo entdeckt und nach Tenerife gebracht. Und diese Saison hat er wieder einige „Cracks“ auf Lager gehabt wie z.B. Alejandro Alfaro (Nachwuchsspieler ausgeliehen von Sevilla) oder den kamerunischen Nationalspieler Daniel Kome.

Stadion in Teneriffa
Foto: Carlos B. Crosa

Auch wenn Tenerife alles in allem, entschuldige wenn ich das so sage, bei „nur“ 12 Saisons in der Primera División eher als ein klassischer Zweitligist gelten muß, hatte der Verein in der Vergangenheit einige namhafte Trainer. Javier Clemente oder Rafael Benítez zum Beispiel und natürlich aus deutscher Sicht besonders interessant, das deutsche Trio Jupp Heynckes, Co-Trainer Ewald Lienen und Konditionstrainer Egon Coordes. Welchen Ruf hat Don Jupp bei Euch auf der Insel?

Unter Don Jupp hat die Mannschaft auf dem höchsten Niveau aller Zeiten gespielt – neben der Zeit, in der Jorge Valdano Trainer war.
Mit ihm haben wir in der Primera División 96/97 den 5. Platz erreicht und wurden Halbfinalist im UEFA-Pokal gegen Schalke 04. Für die Insel ein Traum! Das war in einer Zeit, wo die Mannschaft wirklich Disziplin benötigt hat und da hat das deutsche Trio wie die Faust aufs Auge gepasst. Sie haben das Beste aus allen Spielern geholt und jeder Spieltag war ein Genuß. Zu der Zeit spielte auch Oliver Neuville für CD Tenerife.
Lienen kehrte in der Saison 2002/03 als Cheftrainer zurück und 2006 hatten wir auch Bernd Krauss als Coach auf der Insel.

Im letzten Winter ging CD Tenerife auf unrühmliche Weise durch die deutsche Presse: Der Präsident von Real Sociedad, Iñaki Badiola, behauptete, ein ehemaliger Spieler von CD hätte am Telefon zugegeben, die Mannschaft hätte am letzten Spieltag der Vorsaison absichtlich gegen Malaga, die dann statt Real Sociedad aufgestiegen sind, verloren. Ist das inzwischen aufgeklärt oder ist das ganze unter den Teppich gekehrt worden?

Das ist alles ein ziemliches Hin und Her gewesen, der Spieler selbst hat seine eigenen Aussagen dementiert, aber die Aufnahmen vom Gespräch sind ja da. So wie es aussieht, ist alles noch nicht ganz geklärt worden. Als wir vor einem Monat in San Sebastián gegen Real Sociedad gespielt haben, gings mit dem Thema seitens der baskischen Medien wieder los, um unsere Spieler abzulenken.
Dass es in Spanien die sogenannten „Maletines“ (Koffer, mit Geld natürlich) am Ende der Saison gibt, kann ja keiner bestreiten. Aber soweit das Geld (vom Dritten) nur an Mannschaften geht, die um nichts mehr spielen um deren Spieler zum Sieg zu motivieren, würde ich das nicht bestrafen. Eine andere Sache ist, wenn man absichtlich verliert….

Letztes Jahr gewann Spanien das erstemal seit 44 Jahren wieder einen internationalen Titel, dieses Jahr steigt Tenerife wohlmöglich auf – welche sportlichen Ziele bleiben Dir noch, Carlos?

Ist ja ganz klar, CD Tenerife Meister und in der Champions League dabei!!!

Dann viel Glück beim Aufstieg als ersten Schritt zur Weltherrschaft. Danke schön!

Randnotizen einer Aufstiegsfeier

1. Es ist gut so, daß Fußballer fürs Fußballspielen und nicht fürs Singen bezahlt werden. Ansonsten wären die Jungs alle permanent pleite.

2. Die Aufstiegshelden wurden in aller ihnen zustehenden epischen Breite gefeiert. Der Trainer, völlig zu Recht, auch. Aber einer der wichtigsten Väter des Erfolges aber tauchte da gar nicht auf: Sportdirektor und Chefscout Christian Beeck. Michael Bemben, Marco Gebhardt, Hüzeyfe Dogan, Macchambes Younga-Muhani, Shergo Biran, Dustin Heun, Patrick Kohlmann, Kehan Sahin und Michael Parensen – eine lange Liste vorzüglicher Neueinkäufe in den letzten zwei Jahren. Erstklassige Arbeit, Herr Beeck.

3. Apropos Arbeit: Christian Arbeit soll an dieser Stelle auch mal lobend erwähnt werden. Der Stadionsprecher hat zwar keinen direkten Anteil am sportlichen Erfolg, aber er trägt mit seiner Art seinen Job zu erledigen erheblich zur Wohlfühlatmosphäre bei.

4. Herr Präsident, das Versprechen, für Sebastian Bönig einen Platz im Verein zu schaffen – Wir nehmen Sie beim Wort. Schön wenn der Verein aus diesbezüglichen Desastern der Vergangenheit (-> Persich, Tom) gelernt hat.

5. Bester Mann auf dem Platz, vor allem in der ersten Halbzeit, war gestern meines Erachtens Michael Parensen. Das freut mich besonders. Umso blöder allerdings, daß ausgerechnet sein Name auf dem Aufstiegs T-Shirt fehlt. Nee, nee, so nicht, Freunde.

6. Daß das versprochene Freibier erst um 21.00 Uhr ausgeschenkt wurde, als ich leider schon auf dem Rückweg war, war nun auch nicht ganz glücklich. Aber egal, sei’s drum. Aber bei der nächsten Aufstiegsfeier, oder Klassenerhaltsfeier, oder was auch immer, bitte mehr als drei Bierstände. Danke.

7. Die neue Alte Försterei wird wunderbar. Der Weg durch den Wald roch nach Heimat, sagt Steffi, und genauso ging es uns auch. Ich freu mich.

8. Wo Sie schon mal da waren, Herr Kölmel: Können wir die Drei Euro Fuffzich, die Union Ihnen noch schuldet, nicht einfach vergessen?

9. Nie mehr 3. Liga. Und wenn irgendwann dann doch: Auch das wird überlebt.

10. Danke, Jungs.

Huhu Kicker,

ich muss nicht verstehen, daß Ihr in der Werbung für Euren Online-Shop das „näher rückende Champions League Finale“ mit dem Trikot einer Mannschaft schmückt, die schon im Achtelfinale sang- und klanglos vor die Tür gesetzt wurde, oder? Aber gut, in irgendeinem Paralleluniversum sind die Königlichen sicher noch Favorit.

Und jetzt alle

FC Excelsior Oberschöneweide, BTuFC Helgoland Abt. Oberschöneweide, SC Motor Berlin, TSC Berlin… Die Namensgeschichte des 1.FC Union Berlin ist eine Geschichte voller Mißverständnisse bunter Namen.

Damit diese Woche eine der erfolgreichsten der Vereinsgeschichte wird, mit Gewinn des Paul-Rusch-Pokals BerlinerPokalsmitirgendeinemSponsorennamenvornedran heute abend und dem Aufstieg in die 2. Bundesliga am Samstag gegen Jahn Regensburg, gibt es heute eine kleine Hausaufgabe: Alle Namen des Vereins und seiner Abspaltungen und Fusionspartner auswendig lernen. Inklusive Jahreszahl. Und nun schnell, schnell, viel Zeit bleibt nicht.

[klick pic für bessere und lesbare Ansicht]
Stammbaum Union Berlin

Pferde, Apotheke, Kotzen.

Der 1.FC Köln steigt, wenn kein einziger Punkt mehr aus den restlichen vier Spielen geholt wird, ab,

wenn

Hannover 1, Frankfurt 3, Bochum 7 und Cottbus noch 8 Punkte holt,

sowie entweder

Bielefeld noch 9, Gladbach noch 11 oder Karlsruhe noch 12 Punkte holt.

Das klingt gut. Aber rechnerisch durch sind wir damit noch lange nicht.