Lieber Kickerticker,

.. daß Du ..sagenwirmal.. der Lahmarsch unter den Fußballtickern bist, ist ja nun nicht wirklich eine brandheiße, neue Erkenntnis. Daß ein Spiel bei Dir zehn Minuten später endet als beim Ergebnis-Branchenprimus Ergebnisselive.de ist ebenfalls nichts neues. Will man aber wissen, wer denn da die drei (gelb)roten Karten für Union (2) und Aalen (1) bekommen hat (Nach den Gründen fragen wir ja erst gar nicht, ist ja nur ein Drittligaspiel), und man greift dabei auf Dich zurück, kann man höchst erstaunliches sehen:

Da bleibt nur noch die Hoffnung, daß Aalen das Spiel nicht anfechtet.

P.s.: 4:1 Auswärtssieg bei Neun gegen Zehn, die Konkurrenz patzt mal wieder, mindestens 13 Punkte Abstand auf den Relegationsplatz – Mach Dich bereit, Zweite Liga.

Finde den Fehler

Daß Versicherungskonzerne mit Werbespots im Fernsehen aus sich aufmerksam machen möchten, ist nichts ungewöhnliches. Der Werbespot der V. Versicherung* aber wartet mit einer amüsanten Neuerung auf: Finde den Fehler heißt das Mitmachrätsel für die ganze Familie.

Und das geht wie folgt: Die findigen Werbemacher haben in diesem Spot bestimmte Handzeichen, die Menschen in besonderen Situationen tätigen, mit bestimmten Werten verbunden. In einem Fall aber haben die gar lustigen Werber eine Gruppe von Menschen abgebildet, die wirklich ganz und gar überhaupt vollkommen total absolut NICHTS mit dem vom Sprecher verlesenen Wert zu tun hat.

Findest Du den Fehler?

* Es gibt ganz viele Versicherungen aller Art. Tolle und nicht so tolle, lustige und unlustige. Dieser Blogbeitrag möchte in keinsterweise nahelegen, die hier erwähnte Versichung würde zu der einen oder anderen Gruppe gehören.

Gemeinsamkeiten zwischen Mauern und Stürmen

Wenn man sich wie ich, neben den allgemeinen Entwicklungen im Fußball und im Drumherum, zwei Vereine auf die Bloggerfahne geschrieben hat, kommt man des öfteren mal in die Verlegenheit, daß man zusammenfassen möchte, was nicht zusammen gehört.

Der vergangene Spieltag aber macht es möglich, dabei konnten die Spiele nicht unterschiedlicher sein. Am frühen Samstagnachmittag gewann zunächst Union durch einen, seien wir ehrlich, unkorrekten Elfmeter gegen sich einmauernde Jenenser. Auch wenn das zum Strafstoß führende Foul, wie die Zeitlupe zeigte, wohl eher außerhalb des Strafraum stattfand – der Sieg, daran dürfte niemand der anwesend war zweifeln, war hoch verdient.
Zwei Stunden später dann fast das Spiegelbild. Der FC gewinnt in Cottbus – und mauert sich in beinahe ebensolcher Manier ein wie im Spiel zuvor die Jenenser. Der Unterschied liegt im, Novagoal sei Dank, Ergebnis und in der Cottbuser Unfähigkeit, gegen dicht stehende und defensiv auftretende Mannschaften ein Spiel aufzuziehen, das Erfolg möglich macht.

Wo liegen dann die, den gemeinsamen Blogeintrag rechtfertigenden, Gemeinsamkeiten?
Ich bin ja grundsätzlich, was Prognosen im Fußball angeht, ein eher pessimistischer Mensch. Aber selbst ich würde mich nicht wundern, wenn wir in der Nachbetrachtung dieser Saison in beiden Fällen zu dem Schluß kommen: Das Spiel am 14. März war der positive Knackpunkt.
Nach zuletzt eher mageren Ergebnissen jetzt ein Dreier für den FC, die Konkurrenz nimmt sich gegenseitig die Punkte weg, es sind nun zehn Punkte Abstand auf den Relegationsplatz und zwölf auf einen nicht Abstiegsplatz.
Bei Union stimmten die Ergebnisse zuletzt zwar, die Besonderheit dieses Spieltags lag eher in den Resultaten der Konkurrenz: Paderborn, Düsseldorf und Emden mussten sich jeweils mit null Punkten zufriedengeben, Unions Abstand auf einen Nicht-Aufstiegsplatz beträgt vierzehn Punkte (Allerdings hat Emden noch ein Nachholspiel).

Zehn / zwölf Punkte dort, und vierzehn / zwölf Punkte Abstand da. Es könnte eine verflucht erfolgreiche Saison werden.

Neun Punkte Wochenende

Vorspeise:
C.A. Independiente – Newell’s Old Boys 4:1
1. Gang:
1. FC Union Berlin – Carl Zeiss Jena 1:0
Hauptgang:
FC Energie Cottbus – 1.FC Köln 0:2

Was für ein köstliches Mahl!

You’ll never walk alone der Woche VI

Liebe Reisebegleiter durch das Land des Klassikers You’ll never walk alone, nachdem wir uns auf unser letzten Station von den Adicts ganz wunderbar die Ohren durchpusten ließen, begegnet uns heute das exakte Gegenteil, setzt Euch also hin, atmet durch und laßt Euch mitnehmen von Liz Durett.

Liz Durett ist eine Folksängerin aus Athens – einer mit 114.000 Einwohnern für amerikanische Verhältnisse kleinen Stadt in Georgia, die für ihre Größe eine überaus aktive Musikszene hat: R.E.M., The B-52’s oder Vic Chestnutt sind Zeuge dessen. Und eben Liz Durett.

Drei Platten hat Durett bislang veröffentlicht, doch ihr Cover von You’ll never walk alone ist – meines Wissens – nicht auf Tonträger erschienen. Die hier gezeigte Aufnahme ist eine Liveaufnahme aus dem Jahr 2006.
Durett interpretiert den Song mit ihrer zerbrechlichen und doch kraftvollen Stimme auf sehr eigene Weise und schafft es dadurch, ihn von dem Pathos zu befreien, der sonst gerne meterhoch auf ihm lastet. Schön.

Bisherige Stationen auf der Reise:
Frank Sinatra
Gerry & The Pacemakers
Patti LaBelle
Nina Simone
The Adicts

Hoffenheim: Gebühr, keine Strafe

Durch die Zahlung einer lächerlich geringen Gebühr von 75.000 Euro (sowas zahlt Hoffenheim aus dem Groschenfach seiner Portokasse) ist es dem Baden-Württemberger Projekt gelungen, eine Strafe für das Doping-Vergehen, die auch eine Strafe wäre, abzuwenden. Weder wurden die betroffenen Spieler Ibertsberger und Janker, wie in anderen Ländern in vergleichbaren Fällen geschehen, mit einer langen Sperre versehen, noch gab es den erwarteten Punktabzug.

Der eigentliche Skandal liegt aber in der Begründung, die das Sportgericht des DFB ablieferte, um diese gezielte Bagatellisierung des Vorgangs schönzureden: „Die Beweisaufnahme hat ergeben, dass in diesem konkreten Fall kein klassisches Dopingvergehen wie zum Beispiel Sportbetrug, Einnahme verbotener Stoffe zur Leistungssteigerung, Anwendung einer verbotenen Behandlungsmethode oder die Weigerung, sich einer Kontrolle zu unterziehen vorliegt“ sagte der Vorsitzende Hans E. Lorenz.

Das muss man mir erklären. In der ganzen Sache geht es darum, dass die beiden Hoffenheimer Spieler zehn Minuten ungestört und unbeobachtet waren, bevor sie sich herabliessen, bei der Doping-Probe zu erscheinen. Zehn Minuten, die in der Welt des Dopings und der Vertuschung von Doping nicht eine Welt bedeuten, sondern eine ganze Galaxie. Wie also kann das Sportgericht beweisen, daß es in diesen zehn Minuten zu keinem Sportbetrug und zu keiner Vertuschung kam?

Dem DFB scheint es offenbar egal zu sein, daß sich der Verdacht der Kungelei mit dem neuen schicken Pferd im Stall immer mehr verbreitet. Oder er setzt darauf, mittels Kommunikationsherrschaft Kritik und Zweifel wegzubügeln.

Der Spielbeobachter guckt nicht hin

Andere Blogger schenken ihren Lesern in diesen unruhigen Zeiten Oasen der optischen Ruhe: Nichts verändert sich, alles bleibt beim gewohnten, beim alten. Ich mag das ja. Hab aber leider selbst, was das angeht, Hummeln im Arsch und kann mich nicht beherrschen. Ein neues Headerbild also.

Dieses (von mir noch bearbeitete) wurde wie auch schon das Vorgängerbild von Sasha Günther gemacht, im Dezember 2003 war das. Und ebenfalls wie das Vorgängermodell in Argentinien geschossen. Genauer gesagt in Santa Fe de la Vera Cruz, im Nordosten Argentiniens. Wir sahen (und ja, ich hab auch hin und wieder hingeschaut, anders als auf dem Bild) ein Zweitliga-Spiel des ortsansässigen kleineren Vereins der Stadt (der größere ist Colon de Santa Fe), Union de Santa Fe gegen El Porvenir. Union, deren Spiel wir uns natürlich aufgrund einer gewissen Namensgleichheit zu einem herzallerliebsten Berliner Verein und der unschlagbar schönen Vereinsfarben (also logischerweise Rot und Weiß) ausgesucht hatten, spielte damals nach dem zuvor erfolgten Abstieg mal wieder in der Zweiten Liga, woran sich bis heute nichts geändert hat. Es war ein wahres Graupenspiel, um ehrlich zu sein, aber egal, am Ende gewannen die Rojoyblanco mit 2:1 und das ist, was zählt.

Werte Sabine Töpperwien,

daß Ihre Fähigkeiten als Radio-Fußballkommentatorin sagenwirmal so mittelmäßig sind, ist ja nun keine neue Erkenntnis (Was um alles in der Welt reitet Sie da eigentlich, wenn Sie in schöner Regelmäßigkeit immer dann eine Spielzusammenfassung liefern, wenn es auf dem Feld offenbar rund geht, und das Spielgeschehen beschreiben, wenn da gerade gar nichts passiert – wenn Sie nicht damit beschäftigt sind, zum x-ten Male den „Schwefelgeruch“ irgendwelcher vor vielen Stunden abgebrannten Feuerwerkskörper zu beschreiben?), das also brauchen wir nicht weiter zu thematisieren.

Aber ist es denn wirklich so schwer, sich zu merken, daß Yussef „Jupp“ Mohamad nicht Mohammed heißt? Mal kann sowas ja passieren, aber neunzig Minuten lang?

Freundlichst,
Ihr Spielbeobachter Radiohörer.

Güle Güle Büyük Kaptan!

Wenn ein Spieler nur ein Jahr aktiv bei einem Verein gespielt hat, und in diesem Jahr, zumindestens anfänglich, auch nicht immer geglänzt hat, und wenn dann aber trotz der kurzen Verweildauer bei der Verabschiedung dieses Spielers Fans und Freunde des Vereins große Traurigkeit empfinden, dass es nicht mehr weitergeht – dann kann man wohl gesichert davon ausgehen, daß es sich um einen großen Spieler handelt. Soweit ist Verlass auf das kollektive Gedächtnis.

Ümit Özats endgültiges Karriereende bedeutet einen großen Verlust für den 1. FC Köln. Büyük Kaptan (Der große Kapitän) nannten ihn seine türkischen Landsleute, Fenerbahçe Istanbul führte er als Kapitän dreimal zum Meistertitle in der türkischen Süper Lig. Seit Anfang dieser Saison war er auch beim FC Träger der Armbinde, seine Erfahrung, seine ruhige Art und, sportlich gesehen, sein großartiges Stellungsspiel prädestinierten ihn für die Aufgabe.

Kurz war die Zeit, aber doch bleibt einiges in Erinnerung: Die eleganten Pässe und Flanken mit dem Außenrist, die man in der Qualität schon seit ewigen Zeiten nicht mehr beim FC gesehen hatte, oder auch auch die tränenüberströmten Gesichter Özats und Mondragons (die sich noch ein halbes Jahr zuvor nach einer Niederlage durch die Umkleide geboxt hatten) Arm in Arm nach dem Aufstieg 2008 und natürlich der dramatische Zusammenbruch am dritten Spieltag dieser Saison gegen Karlsruhe.

Nun verhindert also die Narbenbildung am Herz ein weiteres Leben als Hochleistungssportler, aber Özat bleibt dem FC erhalten, vermutlich in der Funktion eines Trainers.

Güle güle büyük kaptan. Buyur etmek antrenör!*

[*ich übernehme keinerlei garantie für die sprachliche korrektheit. eventuelle berichtigungen sind herzlich willkommen]

Wenn nur das Jahr mehr Monate hätte..

.. dann nämlich könnte man als Herausgeber eines Fußballmagazins mehr als zwölf Hefte pro Jahr verkaufen und müßte nicht den üblichen Inhalt in Sonderausgaben frei nach Motto „Das Beste der Siebziger, der Achtziger, der Neunziger und von Heute“ zusammenfassen, um dem Leser noch mal sechs Euro aus der Tasche zu ziehen. Hach, was wär das Leben schön, wenn nur das Jahr nicht schon im Dezember aufhören würde.