Armenhaus Zweite Bundesliga. Zahlenspielereien.

Im Kicker vom vergangenen Montag gibt es eine Auflistung aller Zweitliga Ab- und Zugänge inklusive der für sie gezahlten Ablösesummen.

Insgesamt 181 Spieler werden die Zweitligisten in der kommenden Saison – Stand 26.7.10 – verstärken. Das sind gut zehn Spieler pro Verein, viele von ihnen kommen aus den Jugend- und Amateurmannschaften der Vereine.

Auffällig dabei ist jedoch anderes: Insgesamt zahlen die achtzehn Zweitligisten nur 4,075 Millionen Euro Ablöse. Umgerechnet auf alle beteiligten Klubs wären das gerundete 226.000 Euro pro Verein. Nimmt man allerdings den großen Krösus Hertha (3,1 Millionen Euro Ablöse) und mittelgroßen Krösus Bochum (650.000 Euro) – also die beiden Absteiger – aus dem Spiel, so zeigt sich erst das ganze Bild:

Ganze 75.000 Euro zahlen alle der übrigen sechzehn Zweitligisten zusammen an Ablöse – für immerhin 158 Spieler. Macht 471 Euro pro Spieler oder 4687,50 Euro pro Verein. Und auch das ist ein verzerrtes Bild, denn zwölf der Zweitligisten müssen oder wollen sich ohne einen einzigen Cent Ablöse verstärken.

Egal wie man es dreht und wendet: Es ist offensichtlich, dass deutsche Zweitligisten in dieser Saison das Geldsäckel fest verschlossen halten. Vermutlich deshalb weil es in den meisten Fällen eh nichts zu bieten hat als Spinnweben und gähnende Leere.

Nur mal kurz, lieber Effzeh,

wer wie Du via Homepage und Twitter verkündet, mit einem Spieler zu verhandeln – in diesem Falle handelt es sich um den brasilianischen Rechtsverteidiger Andre Ricardo Soares, genannt Andrézinho – der möge sich bitte sicher sein, dass die Verhandlungen zu einem erfolgreichen Ende geführt werden können. Eine akzeptable Ausnahme wäre möglicherweise noch, dass auf diese Weise Druck auf einen ganz anderen Verhandlungspartner ausgeübt werden soll.
Sollte aber weder das eine – Sicherheit ob des Erfolges der Verhandlungen – noch das andere – die Veröffentlichung der Verhandlungen als taktisches Mittel – der Fall sein, so, lieber Effzeh, wäre das Vorgehen ein ganz und gar inakzeptables Missverständnis von Transparenz und letzen Endes eine Blamage.

Mach mal bitte keinen Scheiss, lieber Effzeh,
danke,
icke.

Schöner Fußball, kein Titel: Die WM 2010 aus deutscher Sicht.

Wieder kein Titel.

Was sich schon 2006 andeutete, hat sich 2010 verstärkt: Die deutsche Nationalmannschaft spielte den offensivsten Fußball. Schönheit, auch im Fußball, ist subjektiv: Manch einer empfindet sicher das spanische Kombinationsspiel, das aber sehr torarm daher kommt, als einen größeren Ausdruck von fußballerischer Schönheit. Oder vielleicht den wuseligen chilenischen Fußball, der neunzig Minuten Pressing beinhaltet. Es gibt sicher auch Verfechter der These, daß der holländische Fußball der strengen Ordnung ein Sinnbild von Schönheit ist – mit Ausnahme des Finales vielleicht, in dem die Niederländer nach Begutachtung des deutsch-spanischen Halbfinales der spanischen Ballsicherheit extreme Härte entgegensetzten.
Aber auch wenn es verschiedene Defintionen von fußballerischer Schönheit gibt – dass das deutsche Spiel zu einem der Favoriten in dieser Kategorie gehört, ist nach wie vor verwirrend. Die Inkarnation des Rumpelfußballs, die sich in den Achtzigern in zwei Weltmeisterschaftsendspiele graupte, gilt plötzlich als Vorbild für schnellen, schönen und offensiven Fußball. Doch all das nützt wenig, wenn es stets am Ende heißt:

Wieder kein Titel.

Natürlich, die Spiele gegen Australien, England und Argentinien waren sehr überzeugend, auch wenn sowohl Australien als auch England sich nicht als die erwartet schweren Gegner entpuppten. Auffällig dabei ist, dass die beiden Siege gegen die vermeintlichen oder tatsächlichen Großen des Weltfußballs Siege des 4-2-3-1 gegen ein antiquiert erscheinendes 4-4-2 waren. Trat der Gegner ebenfalls in dem diese Weltmeisterschaft beherrschenden System mit nur einer nominellen Spitze auf, wie zum Beispiel die Spanier, die erst zum Halbfinale den Systemwechsel vornahmen und prompt ihr bestes Spiel des Turnier machten, war es vorbei mit der deutschen Herrlichkeit. Wie auch schon zuvor gegen Serbien und Ghana.

Das soll nichts schmälern. Die deutsche Mannschaft hat guten, teilweise herausragenden Fußball gespielt. Die jungen Spieler und das durch den Ausfall Ballacks und die Ausladung von Thorsten Frings ermöglichte neue Mannschaftsgefüge haben in Anbetracht der Unerfahrenheit und der noch nicht gänzlich manifestierten Hierarchie weit mehr erreicht als zu erwarten war und, vor allem, ihre Zukunft noch vor sich. Auch wenn die derzeit ins uferlose wachsenden Erwartungen wohl überhöht sind, denn zuviel Unwägbarkeit ist im Spiel: Wie Thomas Müller, völlig zurecht als bester junger Spieler des Turniers ausgezeichnet, den Ruhm und die gestiegenen Erwartungen verkraften wird, bleibt abzuwarten, auch wenn man geneigt ist, hier positiv zu spekulieren. Was wird sich durch eine Rückkehr Ballacks ändern, wer ersetzt mittelfristig die Weltmeisterschafts-Tormaschine Klose, kann Özil mit wachsender Erfahrung mehr Konstanz gewinnen oder muss Toni Kroos ihn mittel- und langfristig ersetzen – all das sind ungeklärte Fragen, die eine gesichterte Prognose nicht möglich erscheinen lassen.

Und all das unter der Vorraussetzung, dass Joachim Löw Bundestrainer bleibt, dass das System, die Idee und deren Vermittlung, die offenbar gut funktioniert hat, bleiben. Wobei auch Löw wohl Anteil hat am Scheitern im Halbfinale: Das schreckhafte Erstarren des deutschen Kaninchens vor der spanischen Schlange, das von der ersten Minute an sichtbar war, nicht zuzulassen, ist Trainersache. Möglicherweise hat Löw der Mannschaft zu oft von der spanischen Spielweise vorgeschwärmt. Dass auch die Kapitänsfrage neu überdacht werden darf, zeigte sich unmittelbar vor dem Spiel im Mannschaftskreis auf dem Rasen: Die Ansprache hielt Schweinsteiger, der Kapitän schwieg. All dessen unbenommen bleibt, dass es auch eine mutiger spielende deutsche Mannschaft, die an ihre Chance glaubt, gegen die an diesem Abend exzellent spielenden Spanier schwer gehabt hätte.

So aber rutschte das zuvor offen demonstrierte Herz in die Hose und die deutsche Mannschaft schied aus. Und beendete damit die Nuller, wie zuvor seit dem Ende des 2. Weltkrieg nur in den Sechzigern beendet wurden:

Wieder kein Titel.

Vom Brechen einer uruguayischen Lanze

Die von Enttäuschung geprägte Empörung aller, die der Mannschaft aus Ghana die Daumen drückten, war groß: Viel zu gering sei die Strafe für Luis Suarez für dessen Handspiel in der 121. Minute. Das ist natürlich auf vielerlei Ebenen kompletter Unsinn: Thorsten Frings Faustschlag nach dem Viertelfinale 2006 wurde ebenfalls nur mit einem Spiel Sperre belegt, David Villas Ohrfeige im Vorrundenspiel dieser WM gegen Honduras wurde gar nicht geahndet. Elfmeter und Rote Karte ist die härteste Strafe, die es in einem Fußballspiel geben kann. Härter wäre nur noch die Schenkung eines Tores für den Gegner, und gottlob, solche Strafen gibt es im Fußball nicht. Dass Gyan den fälligen Strafstoß für Ghana nicht verwandelte, war gewiß tragisch – ich hätte es Ghana durchaus ebenfalls gegönnt, diese erste afrikanische Weltmeisterschaft durch einen erstmaligen Einzug einer afrikanischen Mannschaft in ein WM Halbfinale zu krönen – aber eben, je nach Gusto, Pech oder Unvermögen.

Nun steht also Uruguay im Halbfinale gegen die Niederlande und die allgemeine Stimmung richtet sich gegen die Celeste. Was, wie ich finde, ziemlich unverständlich ist. In ihrer erfolgreichsten Weltmeisterschaft seit 1970 haben die Uruguayos nur zwei Gegentreffer kassiert, haben immerhin sieben Tore geschossen – davon ein Elfmeter – (im Vergleich: Ghana mußte drei Gegentreffer hinnehmen und schoß insgesamt fünf Tore, davon waren zwei Elfmeter) und spielte äußerst ehrenhaft gegen Mexiko auf Sieg im letzten Gruppenspiel, als beiden ein Unentschieden gereicht hätte, um weiter zu kommen.

Natürlich: Der grandioseste Fußball ist es nicht, den die Südamerikaner vom Rio de la Plata spielen – aber bitte schön, das Land hat weniger Einwohner als Berlin und die ruhmreiche Vergangenheit ist vor allem das: Vergangenheit, ewig weit zurückliegend. Nichts jedenfalls aus dem sich heute noch eine spielerische Tradition entwickeln könnte.
Natürlich: Der Weg in dieses Halbfinale war relativ einfach. Jedenfalls auf dem Papier. Südkorea und Ghana lesen sich anders als, im deutschen Fall, England und Argentinien oder, im niederländischen Fall, Brasilien. Aber der „einfache Weg“ hat doch z.B. 2002 auch niemanden daran gehindert, Deutschland die Daumen zu drücken.

Uruguay steht verdient heute abend im Halbfinale. Gewiß: Das Handspiel Suarez‘ wird immer ein kleiner Makel sein. Aber Ghana hatte es selbst in der Hand und hat es vermasselt. Und Suarez, mit seinen drei Treffern erfolgreichster Torschütze der Uruguayos, wird bitterlich fehlen.

Liebe Berliner Zeitung,

darf ich vorstellen: Die Gebrüder Hochmut und Fall.

Catharina-Amailia: Die sechseinhalbjährige niederländische Prinzessin, älteste Tochter des Kronprinzenpaars Willem Alexander und Maxima, bringt sich für noch zwei wichtige Fußball-Abende in Stimmung. Während ihre Eltern und Schwestern im Garten der Familienresidenz in Wassenaar artig für Fotos posierten, sah man Catharina-Amalia stets entweder mit einem Ball am Fuß oder einer Vuvuzela am Mund. Über einen eventuellen Stadionbesuch beim Spiel gegen Deutschland am Sonntag in Südafrika wurde noch nichts bekannt.“

Berliner Zeitung, Vermischtes, 06. Juli 2010, Seite 32

Saison 2010/11: Hinrundenspielplan des 1. FC Union Berlin

1. Spieltag: 20.-23.08.2010
Alemannia Aachen – 1. FC Union Berlin

2. Spieltag: 27.-30.08.2010
1. FC Union Berlin – SpVgg Greuther Fürth

3. Spieltag: 10.-13.09.2010
SC Paderborn 07 – 1. FC Union Berlin

4. Spieltag: 17.-19.09.2010
1. FC Union Berlin – Hertha BSC Berlin

5. Spieltag: 21./22.09.2010
VfL Osnabrück – 1. FC Union Berlin

6. Spieltag: 24.-27.09.2010
1. FC Union Berlin – MSV Duisburg

7. Spieltag: 01.-04.10.2010
TSV 1860 München – 1. FC Union Berlin

8. Spieltag: 15.-18.10.2010
1. FC Union Berlin – FC Erzgebirge Aue

9. Spieltag: 22.-25.10.2010
FC Augsburg – 1. FC Union Berlin

10. Spieltag: 29.10.-01.11.2010
Arminia Bielefeld – 1. FC Union Berlin

11. Spieltag: 05.-08.11.2010
1. FC Union Berlin – Rot-Weiß Oberhausen

12. Spieltag: 12.-15.11.2010
FSV 1899 Frankfurt – 1. FC Union Berlin

13. Spieltag: 19.-22.11.2010
1. FC Union Berlin – Fortuna Düsseldorf

14. Spieltag: 26.-29.11.2010
FC Ingolstadt 04 – 1. FC Union Berlin

15. Spieltag: 03.-06.12.2010
1. FC Union Berlin – VfL Bochum

16. Spieltag: 10.-13.12.2010
FC Energie Cottbus – 1. FC Union Berlin

17. Spieltag: 17.-20.12.2010
1. FC Union Berlin – Karlsruher SC

Saison 2010/11: Hinrundenspielplan des 1. FC Köln

1. Spieltag: 21./22.08.2010
1. FC Köln – 1. FC Kaiserslautern

2. Spieltag: 27.-29.08.2010
SV Werder Bremen – 1. FC Köln

3. Spieltag: 10.-12.09.2010
1. FC Köln – FC St. Pauli

4. Spieltag: 17.-19.09.2010
FC Bayern München – 1. FC Köln

5. Spieltag: 21./22.09.2010
1. FSV Mainz 05 – 1. FC Köln

6. Spieltag: 24.-26.09.2010
1. FC Köln – 1899 Hoffenheim

7. Spieltag: 01.-03.10.2010
SC Freiburg – 1. FC Köln

8. Spieltag: 15.-17.10.2010
1. FC Köln – Borussia Dortmund

9. Spieltag: 22.-24.10.2010
Hannover 96 – 1. FC Köln

10. Spieltag: 29.-31.10.2010
1. FC Köln – Hamburger SV

11. Spieltag: 05.-07.11.2010
1. FC Nürnberg – 1. FC Köln

12. Spieltag: 12.-14.11.2010
1. FC Köln – Borussia Mönchengladbach

13. Spieltag: 20./21.11.2010
VfB Stuttgart – 1. FC Köln

14. Spieltag: 26.-28.11.2010
1. FC Köln – VfL Wolfsburg

15. Spieltag: 03.-05.12.2010
Bayer 04 Leverkusen – 1. FC Köln

16. Spieltag: 10.-12.12.2010
1. FC Köln – Eintracht Frankfurt

17. Spieltag: 17.-19.12.2010
FC Schalke 04 – 1. FC Köln

Trikot des 1.FC Köln 2010/11 – Fehlfarbene Langeweile

Nun ist die Katze also aus dem Sack und die letzten Hoffnungen zerschlagen sich:

Hoffnungen darauf zum Beispiel, dass das neue Heimtrikot des glorreichen 1. FC Köln, anders als auf den schon kursierenden und hier auch schon gezeigten Zeichnungen, tatsächlich annähernd etwas mit Glorie zu tun haben möge und nicht, wie zu befürchten war, mit der Visualisierung der fußballerischen grauen Maus. Doch leider: Es ist nicht grau, sondern rot, dafür aber nicht weniger Graumäusig. Um nicht zu sagen langweilig. Gut, gut – in Zeiten der 90er-Jahre-Verbrechen-Revival-Trikots ist langweilig eigentlich eine positive Eigenschaft – aber dann bitte das nächste Mal in langweilig-weiß, das ist schließlich die Heimfarbe des 1. FC Köln.

Oder die Hoffnung darauf, dass das mit dem Borussia-Mönchengladbach-Gedächtnis-Auswärtstrikot nur ein schräger Witz eines durchgeknallten Marketingmannes war – leider, leider: War es nicht.
Der 1. FC Köln wird also zukünftig auswärts in Borussia Mönchengladbach Schwarz Weiß auflaufen. Das ist, entschuldigt bitte die direkte Wortwahl, zum Kotzen. Natürlich: Die vielen Nachfragen seitens empörter Fans bei Verein und Ausrüster haben ergeben, dass weder der eine noch der andere bei der Wahl der Auswärtsfarben an den niederrheinischen Erzfeind dachte, sondern – Achtung, festhalten – an die deutsche Fußballnationalmannschaft.

Äh.

Natürlich. Das macht Sinn. Aber sicher. Jaja. Tut mir leid, ich kann Euch nicht folgen. Dürfen wir froh sein, dass die winzigen roten Applikationen nicht in grün sind? War ja schließlich auch mal eine Nationalmannschaftsfarbe und würde hervorragend zum Mönchengladbachlook passen.

Vermutlich ist es aber eher so, wie andere Quellen kolportieren: Demnach soll die schwarz-weiße Variante die einzige irgendwie akzeptable der von Reebok vorgeschlagenen gewesen sein. Angesichts der schlichten Gestaltungsverweigerungshaltung, die Reebok bei den nun ausgewählten Trikots eingeschlagen hat, durchaus vorstellbar. Auch wenn man sich fragt, was bei den anderen Vorschlägen noch schlimmer gewesen sein kann: Ein eingesticktes Fohlen vielleicht? Ein Bayerkreuz-Wasserzeichen?

Trikots des 1. FC Köln in der Saison 2010 / 2011
Quelle: Screenshot Homepage 1. FC Köln