Revolution abgewendet

Beim Hamburger Sportverein bleibt alles wie gehabt. Bei der gestrigen Aufsichtsratswahl wurden alle Kritiker des Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann nicht gewählt. Zu den erfolglosen Kandidaten gehörten auch vier Mitglieder der Supporters, die sich zur Wahl gestellt hatten. Weder Spiegel-Redakteur Manfred Ertel noch Vorsänger und Capo JoJo Liebnau, zwei der vier Vertreter der aktiven Fans, konnten genug Stimmen unter den 4893 anwesenden Mitgliedern sammeln. Rund um die Kandidatur Liebnaus kam es um Vorfeld zu recht amüsanten und letztenendes erfolgreichen Versuchen, über die Presse Stimmung gegen den Mann am Megaphon zu machen. So erblödete sich das Hamburger Abendblatt nicht, anläßlich des Spiels gegen den Erzrivalen Werder Bremen den blatteigenen „Polizeireporter Sascha Balasko“ vor Ort zu schicken, welcher „von Liebnau initiierte Schlachtrufe und -Gesänge“ registrierte:

* „Scheiß Werder Bremen“ (6x)
* „Bremer Hurensöhne“ (4x)
* „Tod und Hass dem SVW“ (3x)
* „Alle soll’n es wissen, Werder ist beschissen“ (2x)
* „Wiese ist ein Hurensohn – Du Wichser“ (2x)
* „Asoziale Bremer, Ihr schlaft unter Brücken (…)“ (1x)
* „Eins kann uns keiner nehmen, das ist der Hass auf Werder Bremen“ (1x)

Dann wählten die Mitglieder doch lieber Sergej Barbarez, seines Zeichens Unioner Rostocker Dortmunder Leverkusener Hamburger Urgestein, der auf der gestrigen Mitgliederversammlung freilich unumwunden zugab: „Bilanzen kann ich keine lesen, weiß aber, wie das Geschäft läuft“.
Ob Barbarez der richtige Mann ist, um zu verhindern, dass die 97 € Eintrittspreis, die einige HSV Fans für das oben erwähnte Derby gegen Werder zahlen mussten, zur Norm werden, muss bezweifelt werden.

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