Das 20 Stunden Nicht-Testspiel

Am übernächsten Wochenende ruht der Spielbetrieb in Liga Eins und Zwei, auf dass sich die Länderauswahlen aus Europameisterschaftsqualifikationsgründen treffen können. Ein guter Augenblick ein kleines Testspiel zu veranstalten, dachte sich der 1. FC Union Berlin und gab gestern um 15:00 Uhr bekannt, dass sich die Eisernen an jenem Freitag messen wollen – mit niemand geringerem als RedBull Leipzig.

RedBull Leipzig, der Verein der offiziell natürlich nicht RedBull sondern RasenBallsport heißt, der „Verein“, in dem man nicht Mitglied werden kann, weil Vereinsmitglieder nur stören, das seelenlose Franchiseunternehmen, das nicht mal über eigene Vereinsfarben, -wappen oder -trikots verfügt. Der Parasit im Fell des Fußballs, dessen leider wahrscheinlicher Siegeszug verbrannte Erde hinterlassen wird.

Dieser „Verein“ wird nicht gerne gesehen in Köpenick, so musste Unions Vereinsführung schnell einsehen: Kaum verkündet wuchs der Online-Widerstand. Im Unionforum wie auf Facebook wurde einhellige Ablehnung laut, Boykott- und Alternativpläne geschmiedet. Sehr deutlich, sehr entschlossen, sehr schön.

Und, und das ist das schönste: Mit Erfolg. Rund zwanzig Stunden nach Verkündung des Testspieltermins folgte die Absage: „Nicht alles, was aus sportlicher Sicht sinnvoll erscheint, passt zu Union. Das Präsidium steht in der Gesamtverantwortung für den Verein und muss mehr berücksichtigen, als die Bedürfnisse einzelner Abteilungen. Es hat deshalb entschieden, dieses Spiel abzusagen.“ so Präsident Zingler. Ein deutliches Zeichen in Richtung Fans, dass die Botschaft angekommen ist.

Ein deutliches Zeichen auch, dass es Zingler und seinen Kollegen ernst ist, wenn sie sagen, dass Union anders funktioniert.

Yes, Sir. Danke schön.

P.S.: Das textilvergehen hat sich natürlich auch mit dem Thema beschäftigt, vor allem aber mit der Frage, ob die Art und Weise der Absage so richtig war.

14 Antworten auf „Das 20 Stunden Nicht-Testspiel“

  1. Bemerkenswerte Aktion. Aber was passiert, wenn RBL irgendwann mal in der gleichen Liga spielt wie Union – das ist ja durchaus absehbar in den nächsten drei bis fünf Jahren. Gibt Union dann freiwillig die Punkte ab, verzichtet gar auf seinen Startplatz in der Liga?

    1. Das wird wohl nicht passieren – also die freiwillige Punkteabgabe, das Aufeinandertreffen früher oder später wohl leider schon. Und natürlich wird dann gespielt werden. Aber zwischen Pflichtspiel und Testspiel besteht ein entscheidender Unterschied, der sich in dem Wörtchen „Pflicht“ recht gut ausdrückt.

  2. Der Kapitalismus, der alte Schlawiner. Ist er doch nicht vorbei, sondern macht alles kaputt. Den schönen Fußball inklusive. Nur bei Union gibt es die letzte Insel der Glücksseligen, die sich das gemütliche Bauen von Tribünen nicht durch „Parasiten“(!) kaputt machen lassen. Gut, dass es eine Projektionsfläche für alles gibt, was man am modernen Fußball möglicherweise nicht mag, aber am eigenen Verein nicht mehr zu erkennen in der Lage ist, nämlich RasenBallsport Leipzig (gibt übrigens viele Menschen, die den Verein tatsächlich so nennen). Wie war das gleich noch mal mit Kölmel und Union? Dr. Kölmel als „Partner“ von Union, der die Ziele des Vereins unterstützt und bei dem Union noch wieviele Millionen Euros Schulden hat, die auf die lange Bank geschoben wurden? 15 Millionen? Schon ausgegeben das Geld? Kölmel gehört übrigens auch die Red Bull Arena zu Leipzig. Naja, „Parasit“ eben..

    1. Hehe.. .. das war amüsant. Ich gebe ja zu, bei dem einen oder anderen „Projekt“, welches mit Umgehung der 50+1 Regel als Werbemaßnahme agiert, mag der Unterschied zu einem „normalen“ Fußballclub schwammig sein. Da kann man hier und dort vielleicht auch anderer Meinung sein.

      Im Fall von RedBull Leipzig aber muss man schon unbedingt wollen, wenn man das Parasitäre nicht erkennen kann. Mateschitz interessiert sich, tschuldigung, einen Scheissdreck für irgendeinen Sport, auch nicht Fußball. Vereine werden übernommen, ihrer Identität beraubt, entkernt bis nichts mehr von ihnen übrig ist und ersetzt durch ein profil- und identitätsloses, nichtssagendes Etwas, dem jegliche Eigenständigkeit fehlt. Die braucht es auch nicht, nein falsch: Sie würde stören, schließlich soll und muss dieser Verein ja wieder fallen gelassen werden können, sobald er seine Schuldigkeit getan hat. Und gerade Michael Kölmel ist, auf Union bezogen, ein wunderbares Beispiel für den Unterschied.

      Und bitte, nur fürs Protokoll: Der Kapitalismus ist natürlich kein „Schlawiner“, sondern eine stinkende Pestbeule am Arsch der Hölle.

    2. Hmm, mit Kölmel geht’s mir tatsächlich nur so mittelgut, ganz einfach weil ich es prinzipiell schwierig finde, wenn ein, genauer: mein Verein vom Wohlwollen einer einzelnen Person abhängig ist. Dass Kölmel dieses Wohlwollen allem Anschein nach auch nicht so schnell ablegen wird macht die Sache erträglicher für mich, vor allem, weil es auf eine irrationale, auf Sympathie begründete Entscheidung gedeutet und nicht nur auf Profitstreben. Das ist natürlich spekulativ, und vielleicht bieg ich mir da auch die Realität schön.
      Der gravierende Unterschied zu Mateschitz ist aber, dass Kölmel nie in die Vereinskultur eingegriffen hat.
      Was Mateschitz da in Leipzig aus dem Boden gestampft hat, ist zwar hoch artifiziell und abstoßend, aber nicht halb so schlimm wie die feindliche Übernahme und anschließende Identitätslöschung bei Austria Salzburg.
      Von so etwas war Kölmel in all seinen (auch durchaus kritikwürdigen) Engagements meilenweit entfernt.

  3. „Im Fall von RedBull Leipzig aber muss man schon unbedingt wollen“, dass sie ein ganz, ganz anderer Verein sind, um sich auch ja ganz wohlig in den Kölner und Berliner Stadien, in denen gewöhnlich das Geld irgendwelcher auch nicht extrem fußballfanatischer Sponsoren verbrannt wird, rekeln zu können. Dass RB Leipzig in seinen Strukturen und Fanumfeld anders funktioniert als jeder andere beliebige Regionalligist mit Profiambitionen, kann man nur behaupten, wenn man dran glauben will und vor allem anderen seine Augen verschließen möchte. Der einzige relevante Unterschied ist tatsächlich die Möglichkeit Mitglied zu werden. Die wiederum für mich irrelevant ist, weil ich nicht glaube, dass die Mitgliederdemokratie entscheidenden Einfluss auf die alltäglichen Vereinsentscheidungen haben. Und so wie die Kölner Mitglieder entscheiden zu können, ob man im RheinEnergieStadion nun rauchen darf oder nicht, brauche ich nicht, da ich dies ich tatsächlich den Vereinsverantwortlichen selbst zutraue. Oder anders gesagt, ob wie bei RB Leipzig ausschließlich Spieler, Angestellte, Schiedsrichter und sonstige im und um den Verein (beruflich oder ehrenamtlich) Beschäftigte Vereinsmitglieder werden oder tausende Kölner und Nicht-Kölner über das Rauchen im Stadion entscheiden dürfen, halte ich für irrelevant. Ich glaube, dass die Entscheidungen aller Proficlubs viel stärker aus den täglichen Erfordernissen von Erfolg und Misserfolg resultieren als aus irgenwelchen tausenden Mitgliedern. Und für das Einwirken auf den Verein, seine Identität und sein Auftreten gibt es viel wirkunsvollere Wege als die Mitgliedschaft, wie nicht zuletzt die Absage des Freundschaftsspiels selbst zeigt.
    Darüber kann man alles diskutieren. Nicht diskutabel, weil viele Grenzen überschreitend, ist allerdings Dein dumpfer Antikapitalismus, der aufgeladen mit dem antisemitischen Bild vom bösen, parasitären Kapitalismus, der den armen, unschuldigen, irgendwie ehrlichen Fußball aussaugt, die implizite und physische Vernichtungsdrohung beinhaltet. Parasiten muss man auslöschen oder was sonst sollte man mit Parasiten tun? Auch wenn es schwer fällt: Union Berlin, der 1.FC Köln, RasenBallsport Leipzig und alle anderen professionell arbeitenden Fußballclubs gehören alle zur selben Medaille (mag sein, dass die Prägung bei den einen ein wenig anders schimmert als bei den anderen). Weil: Kapitalismus ist ein gesellschaftliches Verhältnis und nichts, was man zusammen mit einzelnen Personen, Institutionen, Vereinen oder Fans einfach ausrotten kann und dementsprechend etwas, dem sich keiner entziehen kann, schon gar keiner, der professionelle Sportstrukturen unterhält.

    1. Das ist.. leider kein Stück weniger hanebüchen. Ich bitte doch auch darum, den Antisemitismus-Vorwurf hier nicht nur in den anklagend in den Raum zu bölken, sondern auch zu erläutern, inwieweit meine Kritik an RedBull Leipzig den Umstand des antisemitischen erfüllt. Oder eben besser auf die eigenen Worte achten.

  4. DU, lieber Hausherr hast den PARASITEN als Bezeichnung für RasenBallsport Leipzig in die Runde geschmissen und selbst auf die in den Raum zurückgeworfene Kritik es offenbar nicht für nötig befunden, Dich mit der damit implizit verknüpften Gewaltdrohung auseinanderzusetzen. Von daher kommt es mir schon schräg vor, wenn DU MIR sagst, ich solle auf meine Worte achten.

    Zum antisemitischen Bild. Mal jenseits von Google wurden die Juden in der Ideologie der Nazis (aber auch schon in den Lutherschen Anfängen) als das parasitäre Volk ausgemacht, dass den ehrlichen und reinen Volkskörper der Deutschen aussaugt. Geld = Juden vs. Arbeit = Deutsche, das war sehr kurz und sehr knapp die ideologische Formel. Wenn Du dem Fußball ein Fell gibst und damit aus dem Kulturprodukt Fußball etwas quasinatürliches (ehrlich arbeitendes) konstruierst, das vom parasitären Geldsack RasenBallsport ausgesaugt und kaputt gemacht wirst, greifst Du auf ein antisemitisches Bild in seiner ganzen projektiven Schlichtheit zurück. Ab hier folgen dann wieder die Anmerkungen zum Kapitalismus als gesellschaftlichem Verhältnis..

    1. @ Rotebrauseblogger In Deinem Text sind soviele Annahmen, Unterstellungen und Konstruktionen, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Was unter dem Strich bleibt, ist dass Du verzweifelst versuchst, Godwin’s Law anzuwenden, ich vermute, um meine, zugegebenermaßen an dieser Stelle nicht sonderlich ausdifferenzierte, Argumentation irgendwie zu diffamieren.

      Es ist mir wurscht, ob wir das ganze Redbull-Konstrukt als „Parasit“ bezeichnen, oder mit einem anderen, Dir genehmeren, das selbe aussagende Begriff. Fakt ist, dass Mateschitz und sein Unternehmen sich Nullkommanull für Leipzig oder Salzburg interessieren, nicht für die Austria, den SSV Markranstädt oder die New York MetroStars. Ja, selbst die Sportart ist den Herren und möglicherweise auch Damen völlig wurscht. Wären nicht zufälligerweise in Leipzig die Bedingungen so günstig gewesen – kein Bundesligafußball und ein existierendes Stadion – wäre RedBull woanders, vielleicht sogar in einer anderen Sportart, gelandet. Spätestens seit der beschlossenen zukünftigen Umfunktionierung Redbull Salzburgs zu einem Farm- und Ausbildungsverein für das Franchise in Leipzig, welches ob des größeren Marktes in Deutschland den besseren Profit verspricht, sollte auch dem letzten Gläubigen diesbezüglich die Augen geöffnet worden sein.

      RedBull kommt, weidet aus, läßt fallen.

      Du hast recht, das klingt mehr nach Heuschrecke als nach Parasit. Herrjassesnee, ich hoffe ich bin nun kein Münteferinger, das würde mir gerade noch fehlen.

      Natürlich gibt es im real existierenden Kapitalismus keinen Fußballverein, der frei von von außen hineingetragenen rein wirtschaftlichen Interessen ist. Es gibt kein richtiges Leben im falschen. Der Unterschied zu RedBull ist jedoch evident und für jeden, der sehen will, erkennbar an der alten Frage, ob nur jenes etwas wert ist, das sich rechnet; ob die komplette Durchdringung eines jeden Lebensbereich durch die Verwertungslogik der einzige Maßstab, die einzige Maxime, nach der wir das gesellschaftliche Leben organisieren, sein kann, sein darf.

      Höchst amüsant übrigens Deine Ausführung darüber, dass die Mitbestimmung der Fans bei anderen Vereinen ja auch nicht gegeben sei. Höchst amüsant deshalb, weil Du diese Behauptung unter einem Blogbeitrag aufstellst, der sich mit der Absage eines Spiels aufgrund von Fanprotesten befasst. Das war vermutlich Ironie Deinerseits, oder? Anders kann ich es mir nicht erklären…

      Zum Abschluß entgegenkommendes, ich bin ja nicht so: Mir ist durchaus bewußt, dass die Situation in Leipzig dergestalt ist, dass Kritik an RedBull auch aus Ecken kommt, in denen Godwins’s Law durchaus zu Recht angewandt werden kann und muss. Das allerdings bedeutet weder eine Generalamnestie für die Vorgehensweise des Brauseherstellers noch darf es Anlaß sein, jede Kritik an selbigen als per se rechts zu diffamieren.

  5. Mir würde es niemals in den Sinn kommen, Dich als rechts zu bezeichnen, noch will ich Deine Kritik „diffamieren“. Ich kenne Dich nicht, lese nur Deine Worte und Kapitalismus als Pestbeule und Personalisierung der besonders bösen Kapitalisten als Parasiten ergeben zusammen eine recht eindeutige Interpretation eines Antikapitalismus, der mit einem antisemitischen Bild aufgeladen ist. Punkt. Das ist noch nicht mal ein Nazivergleich für den man sich verbiegen muss. Zumal es noch nicht mal ein Nazivergleich sein soll, der Dich angreift und dann stehen lässt, sondern einer, der maximal Deine Wortwahl und Argumentation kritisiert, weil er verdeutlichen soll, was in Deinen Begriffen drin steckt. Wäre das hier ein beliebiges Forum hätte ich meine Füße stillgehalten, hätte meinen Kopf geschüttelt und wäre weiter geschlendert. Ist es aber nicht, es ist ein Blog, den ich im Normalfall schätze und in dem ich solche (ja gewaltimplizierenden) Bilder weder erwartet habe, noch richtig finde. Gerade weil RasenBallsport ein durchaus aufgeladenes Thema ist, wünschte ich doch ein wenig mehr Umsicht bei der Wahl von Begriffen für ganz normale Menschen, die einem Verein anhängen oder ihn betreiben. Wenn ich anfangen würde den 1.FC Köln zu entmenschlichen und seine Anhänger zu niederen Angehörigen des Tierreichs zu machen, würdest Du vermutlich auch schnell drauf kommen, dass dies kein Weg ist, der für einen irgendwie akzeptablen Umgang spricht, zumindest nicht, wenn man als Blogger dem Schreiben und der angenehmen Form der Rhetorik anhängt.

    Wir werden in Bezug auf Red Bull auf keinen gemeinsamen Nenner kommen und ehrlich, damit kann ich (relativ gut) leben, wie ich das bei kritischen Stimmen in meinem Blog auch kann. Du siehst Red Bull als Firma, die nicht nachhaltig arbeitet und aufbaut und fallen lässt. Ich sehe einen Verein RasenBallsport, dessen Wirken derzeit auf die nächsten 30-50 Jahre angelegt ist. Du machst einen Unterschied in der Stärke der Durchdringung gesellschaftlicher Bereiche durch die Verwertungslogik. Ich sage, es gibt nur die eine Verwertungslogik und die gilt für alle. Was man insbesondere bei Profifußballclubs recht gut sieht. Du sagst RB Leipzig ist seelenlos. Ich sage, die Seele kriegt ein Verein durch die Aktivitäten sportlich Verantwortlicher und durch das (Fan-)Umfeld. Du sagst, Salzburg würde zu einem Farmteam degradiert. Ich sage (ohne dass das mein Tanzbereich wäre), Salzburg wird in etwa in der Kategorie spielen wie eh und je, nämlich um die österreichische Meisterschaft. Dort endlich die Idee dauerhaft Champions League fallen zu lassen, sollte sogar in Deinem Sinne vernünftig sein. Und so weiter..

    Und eins noch zu Deiner Fehlinterpretation meiner Worte dahingehend, dass ich meinen soll, dass die „Mitbestimmung der Fans bei anderen Vereinen ja auch nicht gegeben sei.“ Das habe ich weder gesagt noch behauptet. Ich habe gesagt, dass man als Mitglied keinen großen Einfluss auf die Tagespolitik des Vereins hat und es mir von daher egal ist, ob RasenBallsport Leipzig wie derzeit 200 Mitglieder hat, die sowieso irgendwie im und um den Verein herum aktiv sind oder wenn man einfach eintreten könnte 1000 Mitglieder, die in Mitgliederversammlungen über Raucherbereiche im Fußballstadion entscheiden. Was ich zum Thema Mitbestimmung oben gesagt und gemeint habe, zitiere ich hier noch mal: „Und für das Einwirken auf den Verein, seine Identität und sein Auftreten gibt es viel wirkunsvollere Wege als die Mitgliedschaft, wie nicht zuletzt die Absage des Freundschaftsspiels selbst zeigt.“ Stichwort Soziale Netzwerke und Co. Dafür muss man nicht zwangsläufig Mitglied werden. Genauswenig, wenn man als Fanclub von RB Leipzig den Verantwortlichen mal seine Meinung mitteilen möchte. Kommunikation bedarf nicht unbedingt der Vereinsmitgliedschaft.

    1. Leipzig oder Scheitern auf niedrigem Niveau Ich befasse mich mal nicht mit irgendwelchen Nebenschauplätzen, sondern mit RB Leipzig. Paradiesische Zustände? Ja, aber nur einen Brausehersteller. Jeder seriös arbeitende Verein hätte es in Leipzig schwer. Es ist ja nicht so, dass dort Sponsoren Schlange stehen, wo der Präfix Ost vor Deutschland gestellt wird. Schon gar nicht, wenn das einzig verbindende Element von Fußballvereinen in einer Stadt Hass ist. Dazu kommt ein wie auch immer gearteter Phantomschmerz, plötzlich nur noch eine bei Studenten beliebte Stadt zu sein. Preiswerte Mieten und so.
      Ich persönlich bin einerseits ja froh, dass der Wahnsinn aus Berlin ausgewandert ist. Bewerbung für die Olympischen Spiele 2000 war schon ein Dorftheater. Als gebürtigen Leipziger macht es mich aber auch traurig, dass es der Wahnsinn nur die A9 runter geschafft hat. Olympiabewerbung. Stadionbau. Bahntunnel. Ach, es gibt sovieles, was weh tut. Was vergessen? Ach ja, Bau des Trainingsgeländes von RB Leipzig. Andererseits sehe ich Chemie und Lok und denke mir: Selbst schuld! Nebenbei vertraue ich auf den immer deutlicher werdenden closed shop Profifußball in Deutschland. Nach oben hin durchlässig? Nur noch in der Theorie.

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